Das Rumänienprojekt des Hamburger Singewettstreits
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Chronik - Fahrtenbericht
Erste, von privater Hand organisierte Hilfsgütertransporte nach dem Militärputsch in Bukarest kommen verwaisten und behinderten Kindern im rumänischen Siebenbürgen zugute, die verwahrlost, unterernährt und lediglich bewacht in einem Bergdorf in der Nähe von Alba Julia in unbeschreiblichen Verhältnissen hausen. Für eines der ärmsten Länder in Osteuropa reicht es oft nicht einmal für die normale Bevölkerung. Allen Benachteiligten der rumänischen Gesellschaft wird, auch in anderen Bereichen, dieses Los zuteil.
Erste notwendige Renovierungsarbeiten im verfallenen staatlichen Kinderheim in Coltesti werden durch eine ökonomische Initiative des ostwestfälischen Kirchengemeindeverbandes Lockhausen / Bad Salzuflen durchgeführt.
Planung eines mittelfristigen Hilfskonzepts über den Verkauf von Gebrauchtkleidern aus Deutschland an die notleidende Bevölkerung; der Erlös kommt seitdem den behinderten Kindern zugute.
Gründung des rumänischen Hilfsvereins DIAKONIA e.V., angeschlossen an die deutsche evangelische Kirchengemeinde Alba Julia unter der Schirmherrschaft von Herrn Pastor Wagner.
Ankauf von mehreren, nach der Aussiedlungswelle leerstehenden Häusern in Alba Julia mit Unterstützung des Diakonischen Werkes in Deutschland.
Beginn der Umsiedlung der geistig behinderten Kinder aus ihren Elendsquartieren in die umgebauten Häuser; nach westlichem Standart leben in Kleinwohngruppen bis zu acht Kindern in einem Haus.
Anschaffung eines eigenen Lkws des Kirchenkreisverbandes Lockhausen und Beginn der von nun an fast monatlichen Gebrauchtkleider-Lieferung nach Alba Julia, die in kleinen Läden an die Bevölkerung verkauft werden.
Umsiedlung aller Kinder in die umgebauten Häuser.
Fortbildungsmaßnahmen der rumänischen Betreuerinnen und anderer Mitarbeiter der DIAKONIA e.V. in den Bodelschwinghschen Anstalten Bethel in Deutschland.
Einrichtung einer Sozialstation mit Armenküche und ambulanter Hilfe in Alba Julia.
Beginn der Planung von Stützungsprojekten zur angestrebten Eigenständigkeit der DIAKONIA e.V.: Planung zum Bau einer Kornmühle und einer Bäckerei.
Der neue Vorbereitungskreis des Hamburger Singewettstreits möchte die bis dato vorgenommene Sammlung von Geldspenden für SOS-Kinderdörfer während der Hauptveranstaltung in ein persönlicheres und effektiveres Projekt umwandeln. Die Entscheidung fällt auf dieses Projekt, weil hier die materielle Hilfe ohne Abzug bei den Bedürftigen ankommt, weil es die Möglichkeit der Mitarbeit für bündische Gruppen gibt und weil es besucht und angeschaut werden kann. Beschlossen wird der Aufschlag eines Solidaritätszuschlages von 3, -DM auf die Eintrittskarte, die auch von Ordnern, Juroren, Sängern und Vorbereitungskreismitgliedern entrichtet wird.
Aufbau des Kinderheimes Canaan in Sercaia (spr. Scherkaja) bei Fagaras (spr. Fagarasch). Übernahme von 15 behinderten Kindern aus dem Krankenhaus Brasov (spr. Braschov).
Die DIAKONIA e.V. in Alba Julia beschäftigt inzwischen 100 MitarbeiterInnen.
Der Mitarbeiter der Kirchengemeinde in Lockhausen Rüdiger Frodermann wird vom Diakonischen Werk für sechs Jahre nach Alba Julia entsandt und hilft bei der Umsetzung von Konzeptionen aus der deutscher Behindertenarbeit.
Auf dem 16. Hamburger Singewettstreit wird dieses Spendenprojekt erstmals von dem aus Rumänien angereisten Herrn Pastor Wagner vorgestellt. Gut 13.000 DM werden durch den Solibeitrag, einer Sammlung auf dem Würzburger Singewettstreit und privaten Spenden, so etwa die Hochzeitskollekte des derzeitigen Singewettstreitsprechers Wolf dem Projekt zugeführt. Mit dem Geld wird das Kinderhaus Bethania in Alba Julia umgebaut.
Erster bündischer Arbeitseinsatz in Alba Julia. Eine Fahrtengruppe (gefährtenbund calluna) fährt für 3 Wochen nach Rumänien auf Sommerfahrt, wobei eine Woche lang ein umgebautes Haus eine komplette neue Elektroinstallation erhält. (Siehe auch den Fahrtenbericht: Nicht der Weg nach Temesvar)
Aufbau eines Kindergartens, einer Sonderschule und einer Therapiewerkstatt in Alba Julia.
Der 50. Hilfsgütertransport erreicht Alba Julia.
Auf dem 17. Hamburger Singewettstreit kommen 10.100 DM an Spendengeldern zusammen, dabei sind über 500 DM private Spenden enthalten.
Karlchen aus dem Vorbereitungskreis führt als angehender Arzt in Alba Julia einen Erste-Hilfe-Kursus für die Mitarbeiter der Diakonia in Alba Julia durch.
Zweiter bündischer Arbeitseinsatz in Alma Julia. Eine weitere Fahrtengruppe (gefährtenbund calluna) fährt für 2 Wochen nach Rumänien, um weitere Elektroarbeiten in den in Bau befindlichen Häusern vorzunehmen.
Aufnahme von 10 weiteren Kindern in ein neues Haus in Fagaras.
Vierte Fortbildung von rumänischen MitarbeiterInnen in Bethel.
Gründung der DIKONIA Fagaras.
Auf dem 18. Hamburger Singewettstreit kommen 7.800 DM an Spendengeldern zusammen.
Fertigstellung und Inbetriebnahme der Bäckerei in Alba Julia.
Baubeginn eines weiteren Pflegehauses für geistig behinderte Kinder auf einem Grundstück in Sercaia bei Fagaras.
Auf dem 19. Hamburger Singewettstreit kommen 9.000 DM an Spendengeldern zusammen, darüber hinaus wird erstmals auch der Überschuß des Liederbuchverkaufes von 2.000 DM dem Projekt zugeführt.
Dritter bündischer Arbeitseinsatz in Alba Julia. Eine weitere Fahrtengruppe (gefährtenbund calluna) fährt für 3 Wochen nach Rumänien, um wiederum in einem umgebauten Haus mit gespendetem Installationsmaterial Elektroarbeiten auszuführen.
Inbetriebnahme einer neuen Werkstatt für geistig behinderte Jugendliche in Alba Julia.
Eröffnung der Rehabilitationseinrichtung Sankt Joseph in Alba Julia.
Übernahme des Kinderheimes Canaan in Sercaia durch die DIKONIA Fagaras.
Eröffnung einer kleinen Schuhmacherei in Fagaras mit gespendeten Maschinen einer Schuhmacherei aus Koblenz.
Der 100. Hilfsgütertransport erreicht Alba Julia.
Zum ersten Mal kann eine Mitarbeitergruppe der DIAKONIA e.V. aus Rumänien nicht nach Deutschland zum Singewettstreit einreisen, da eine Novelle der Einreisebestimmungen für Gäste aus Osteuropa nicht rechtzeitig organisatorisch aufgefangen werden kann.
Auf dem 20. Hamburger Singewettstreit kommen 10.250 DM an Spendengeldern zusammen, darin enthalten ist eine Spende der Kirchengemeinde Neugraben über 2.000 DM.
Inbetriebnahme der Kornmühle in Alba Julia, ein weiterer Schritt, um sich von staatlichen Zuschüssen und Spendengeldern unabhängiger zu machen.
Eröffnung des neugebauten Kinderheimes in Sercaia bei Fagaras.
Auf dem 21. Hamburger Singewettstreit kommen 7.100 DM an Spendengeldern zusammen, darin enthalten ist eine Spende des VCP Stamms Ulrich von Hutten aus Neugraben. Darüber hinaus wird der Überschuß des Liederbuchverkaufes von 3.000 DM dem Projekt zugeführt.
Wie üblich (einzige Ausnahme war bisher der Singewettstreit 1997) reist eine Gruppe von Mitarbeitern der DIAKONIA e.V. aus Alba Julia an, beteiligt sich mit zwei eingeübten Liedern aktiv am Singewettstreit, wird für gut eine Woche in einem Pfadfinderheim einquartiert und dort betreut. In diesem Jahr verzichtet der Gastgeber, der BDP Stamm Großer Jäger in seinem Heim in Bendesdorf selbst auf die angefallenen Kosten für Energie und Wasser.
Auf dem 22. Hamburger Singewettstreit kommen 7.200 DM an Spendengeldern zusammen, darin enthalten ist eine Spende des VCP Stamms Ulrich von Hutten aus Neugraben. Darüber hinaus wird der Überschuß des Liederbuchverkaufes von 1.500 DM dem Projekt zugeführt.
Wir möchten an dieser Stelle eine möglichst genaue Chronologie zur Entwicklung des Spendenprojektes festhalten und fortschreiben. Dazu sollten unserer Meinung nach auch die Besuche von bündischen Gruppen in Alba Julia gehören. Wenn ihr also in Rumänien gewesen seid, so teilt uns doch bitte mit, wann ihr in Alba Julia gewesen seid und was ihr dort gemacht habt. Wir werden dies dann in diese Chronologie einarbeiten!